Lengenfeld
Fränkische Siedler gründeten Lengenfeld zwischen 1150 - 1230 als ein Waldhufendorf. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1438 im Zusammenhang mit einer Zinszahlung an den Martinsaltar der Pfarrkirche zu Zwickau durch die Hoyersmühle, die heutige Klopfersmühle.

Lengenfeld
entwickelte sich vom bäuerlichen Ort zum
Tuchmacherstädtchen. 1633 wurde zum
Schreckensjahr für die Stadt; die Truppen
des Generals Holk wüteten und 233 Einwohner, fast die Hälfte der
Bevölkerung, starben an der Pest. Die mittelalterliche Burg Plohn
wurde zerstört. 1714 erhielt Lengenfeld neben Reichenbach durch
Kaiser Karl VI. das Privileg zum Tuchhandel in den österreichischen
Landen (Originalurkunde im Heimatmuseum). Mit der Gründung der
Weberinnung 1778 und der Entstehung der Baumwollwarenmanufaktur
( Weberei) stieg die Einwohnerzahl zwischen 1779 und 1794 von
1150 auf 2016. Aus dem Tuchmachergewerbe entwickelten sich die
Tuch-, die Filztuch- und die Weißwarenfabrikation. 1806/07
errichtete Gottlob Friedrich Thomas mit selbstgebauten
Spinnmaschinen die erste Baumwoll - Maschinenspinnerei des
Vogtlandes, 1836/37 wurde die erste Dampfmaschine in Lengenfeld
aufgestellt. Die letzten Goldwaschversuche an der Göltzsch erfolgten
1841 (1730 gab es zwischen Hoyersmühle und Mühlwand sieben
Goldwäschen oder -seifen). Prof. Constantin von Tischendorf,
Entdecker des Codex Sinaiticus (eine der frühesten
Bibelhandschriften), wird 1815 in Lengenfeld; Dr. Friedrich Dittes,
bedeutender Pädagoge und Schulreformator, 1829 in Irfersgrün
geboren. 1858 wurde die weithin bekannte Plohner Bierbrauerei
gegründet (bis 1920). Der große Stadtbrand vom 10.5.1856 vernichtete
den gesamten Stadtkern; mit dem Wiederaufbau erhielt die Stadt ihr
heutiges Aussehen. Die Aegidiuskirche, im historisierenden Baustil
entstanden nach Plänen des Semperschülers Prof. Christian Friedrich
Arnold, wurde 1864 geweiht. Eisenbahnanschluss hat Lengenfeld seit
1865 (heute: Bahnhof Eich) und seit 1875 an der Bahnlinie Zwickau -
Falkenstein; von 1905 bis 1957 verkehrte die Mylische Berta von
Lengenfeld über Mylau nach Reichenbach. 1909 wurde das erste
Lengenfelder Parkfest gefeiert, im üblichen Rhythmus von zwei Jahren
veranstaltet, ist es heute eines der größten, der ältesten und
traditionsreichsten Volksfeste im Vogtland überhaupt. 1935 wurde
Grün (Erstnennung 1399) nach Lengenfeld eingemeindet. In
Pechtelsgrün ist von 1934 bis 1968 Wolframitbergbau betrieben
worden. Die Autobahnbrücke Weißensand (425 m lang, 35 m hoch) im
Zuge der heutigen A 72 wurde 1937/38 errichtet.
1952 wird Wolfspfütz (Erstnennung 1412)
nach Lengenfeld eingemeindet. Sportstadion 1955und Lehrschwimmbecken
1961 entstehen unter Mithilfe der Bürgerschaft.
Das 1955 gegründete Heimatmuseum ist seit 1974 in einem
Färberhandwerkerhaus aus der Zeit um 1700 untergebracht. Mit der
staatlichen Einheit Deutschlands 1990 und dem Einstieg in die
soziale Marktwirtschaft bricht nicht nur die traditionelle
Textilindustrie weg, auch alle anderen Lengenfelder Betriebe
befinden sich im Umbruch. Auf der Grüner Höhe entsteht ein neues, 23
ha großes Industrie- und Gewerbegebiet. Mit dem Umbau einer
ehemaligen Industriebrache entsteht 1993 der Hotelkomplex"
Lengenfelder Hof" mit Geschäftszentrum. Eingemeindet werden
1993 Plohn mit Abhorn (Erstnennung 1279 bzw. 1453 / Kirche in Plohn,
1861 erbaut, mit spätgotischem Flügelaltar); 1994 Weißensand
(Erstnennung 1271 / Heidenschanze = frühgeschichtliche Wallanlage
aus der Zeit der deutschen Besiedlung), Irfersgrün (Erstnennung 1333
/ Kirche 14. Jh.) und Pechtelsgrün (Erstnennung 1410).Mit dem
Abschluss der Gemeindegebietsreform werden 1999 Waldkirchen
(Erstnennung 1315/Kirche mit romanischem Eingangsportal und
spätgotischem Flügelaltar) und Schönbrunn (Erstnennung 1460) nach
Lengenfeld eingemeindet.
Auszug aus www.stadt-lengenfeld.de
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